Ödes, ruhiges Brunei? Von wegen!

Brunei ist langweilig, sagte die Chefin der malaysischen Pension auf der anderen Seite der Grenze. Brunei ist langweilig, sagte der Minibusfahrer, der uns hinbrachte. Very quiet. Es wurde die spannendste Station unserer Reise. Denn es sind selten die Sehenswürdigkeiten, die einen Ort unvergesslich machen, sondern die Menschen. In Bruneis Hauptstadt Bandar Seri Begawan trafen wir ein paar diplomatische Studenten und einige, die sehr offen erzählten, wie es ist, in einem absolutistischen Staat zu studieren. Sultan Hassanal Bolkiah bestimmt in Brunei alles. Das Parlament ist machtlos, die Minister auch, das Volk darf nicht wählen. Alkohol ist verboten, wilde Partys gehören also nicht zum Campusleben. Manche deutsche Studenten mögen sich fragen, warum es sich trotzdem lohnt, wie der Islamwissenschaftler Chris ein paar Monate in Brunei zu verbringen. Wegen den Menschen. Wir haben nirgends so mutige, engagierte, offene Leute getroffen wie dort. Mehr steht auf SPIEGEL ONLINE.

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Wald der kleinen Wunder

Es gibt Menschen, die sind mir erst sympathisch, wenn ich sie besser verstehe. Louis Murni gehört dazu, unser Bootsführer auf dem Kinabatangan River. 20140419-IMG_2270Morgens, mittags und in der Dunkelheit sind wir mit ihm über den Fluss gefahren und haben nach wilden Tieren Ausschau gehalten. Louis macht das seit 26 Jahren und es ist ihm ziemlich egal, ob die Fremden im Boot nun Elefanten und Orang-Utans sehen oder nicht. Er hatte vor allem Augen für Tom, der vor ihm auf meinem Schoß saß. Erst allmählich habe ich verstanden, dass Louis den Wald sehr liebt – und alle Wesen, die darin leben, die kleinen, großen, sichtbaren und unsichtbaren. Nicht nur die, für die sich die Touristen begeistern können. Mehr auf SPIEGEL ONLINE.20140419-IMG_2294

Zwei Mädchen, eine Geschichte

Wir suchten ein Mädchen, das im Wasserdorf Kampong Ayer in Brunei aufwächst und trafen auf einem der wackeligen Holzstege Amirah. Sie war neugierig und selbstbewusst und hatte sofort Lust, sich mit uns zu unterhalten. Als wir sie nach der Schule besuchten, lernten wir auch ihre schüchterne Cousine Syazwani kennen. Sie wäre ebenfalls gern im deutschen Kindermagazin aufgetaucht, aber in der Geschichte war nur Platz für ein Mädchen. Amirahs Geschichte in DeinSPIEGEL

Damit ihre Cousine nicht vergessen wird, widmen wir ihr diesen Blogeintrag und zeigen die schönsten Bilder, die es nicht ins Heft geschafft haben:

Kampong Ayer Kampong Ayer Kampong Ayer Kampong Ayer

Rabeneltern

Heute blogge ich mal nicht über das Drumherum, sondern über das Danach. Die zweite Folge unserer Reise durch Südostasien steht nun im Netz. Auf SPIEGEL ONLINE erzählen wir, wie man ohne Topf Gemüse kocht und auch sonst jeden Tag ein bisschen besser improvisiert. 20140226-IMG_0147Wenn man übers Reisen mit Baby schreibt, hagelt es danach immer besonders viele böse Kommentare. Das ist der Redaktion nicht neu und auch wir waren darauf eingestellt, dass uns manche Leser Verantwortungslosigkeit und Egoismus vorwerfen. Ich könnte das verstehen, wenn Tom unter dieser Reise leiden würde. Aber er freut sich so, wenn ihn die Menschen hier anlächeln und auf den Arm nehmen. Und das tun sie täglich. Wir verbringen jeden Tag zu dritt und haben fast unendlich viel Zeit füreinander. Allein das ist Grund genug, sich aus dem deutschen Alltagstrott für ein paar Monate zu verabschieden. Eigentlich ist es sogar ganz passend, wenn man uns deswegen Rabeneltern nennt: Raben kümmern sich gleichberechtigt um ihre Jungen.20140323-IMG_1178

Captain Caveman

Wir trafen Colin im Restaurant des Nationalparks von Mulu. Er hatte sich Tom geschnappt und wir kamen ins Gespräch. Colin verbringt fast seinen gesamten Jahresurlaub in Höhlen. Eine Woche im Jahr ist für seine Frau reserviert, sonst reicht sie die Scheidung ein, sagt Colin. Als er von seiner Anfangszeit als Höhlenentdecker redete und von seinem Versuch, durch einen engen Spalt zu kriechen, um zu schauen, was dahinter war, wurde mir schlecht. Der Gedanke, im Dunkeln nackt tief unter der Erde zwischen zwei Felsen eingeklemmt zu sein, bescherte mir eine spontane Klaustrophobieattacke. Ein fazinierendes Hobby – aber nichts für mich. Hier geht’s zum Interview.20140501-IMG_3044