Gottes brave Nachbarn

An anderen Orten der Welt bekriegen sich die Religionen, in Malakka leben sie in einer Straße eng beieinander und verstehen sich angeblich bestens. Wir haben die Hausherren des hinduistischen und buddhistischen Tempels, der Moschee und der Kirche besucht und uns mit ihnen über den Weg zum Seelenfrieden unterhalten. Ich war überrascht, dass mich der Brahmane am meisten beeindruckt hat, wo mir seine Religion doch so fern ist. Aber er schien glücklicher, offener und gelassener als seine Nachbarn. Obwohl der Imam, die Äbtissin, der Brahmane und der Pfarrer in derselben Straße wohnen, lebt doch jeder in seiner eigenen Welt. Man erträgt sich, man respektiert sich, so gut es geht. Aber Interesse, Neugier, Zuneigung habe ich nicht gespürt. Die ganze Geschichte gibt’s auf SPIEGEL ONLINE. 

PS: Nach was die Halskette des Brahmanen geschmeckt hat, weiß nur Tom.

20140328-IMG_1598

Unter Walfängern

20140628-IMG_5127

Wir sind mit gemischten Gefühlen nach Lamalera gereist, in das indonesische Dorf, in dem die Männer Wale jagen wie ihre Großväter. Wie nehmen die Dörfler neugierige Weiße auf, die zuschauen wollen, wie man einen Pottwal tötet? Sollten Touristen überhaupt dorthin fahren, oder stacheln sie damit die Waljagd unnötig an?

20140708-IMG_6188Wir kamen abends an, als die Fischer gerade vier Pottwale an den Strand zogen. Über dem Dorf lag der scharfe Geruch nach trocknendem Fleisch. Am nächsten Morgen sollten die Wale zerlegt werden. Wir fühlten uns fremd.

In den nächsten zehn Tagen lernten wir die Walfänger besser kennen und trafen einige der offensten, selbstbewusstesten und aufrichtigsten Menschen der ganzen Reise. Den Lehrer Frans, der in seiner Freizeit über den Walfang forscht. Den Pfarrer Michael, der so gern und lustig tanzt. Mama Agnes, die Tom jeden Tag Bananen schenkte. Die Kinder, die morgens schon um halb sieben draußen vor unserem Fenster standen und mit Tom spielen wollten.

Die Bewohner von Lamalera behandelten uns wie Gäste, nicht wie Touristen. Wir verstanden, dass sie Wale jagen, um zu überleben. Die Reportage über sie lest ihr auf SPIEGEL ONLINE.

20140628-IMG_5236

Geldmaschinenklinik

KlinikKuta

Klinik in Kuta: EINweghandschuhe?

In Kuta auf Lombok war ich zum ersten Mal auf unserer Reise krank. Was Falsches gegessen, Durchfall, Bauchkrämpfe und ich fühlte mich schwach und zittrig. Ein Angestellter vom Homestay fuhr mich auf seinem Moped zur nächsten Praxis. Die entpuppte sich als reiche Villa eines Arztes, dem mein Geldbeutel mehr am Herzen lag als meine Genesung. Er spritzte mir etwas gegen Krämpfe und ein Antibiotikum, bettete mich in ein Aircon-Zimmer mit Fernseher und Doppelbett, hängte mich an den Tropf, massierte mir mit Eukalyptusöl die Beine und wollte mir auch noch Schmerzmittel, Fiebersenker und Loperamid gegen Übelkeit aufdrängen. Zum Glück ging es mir nach einem halben Tag wieder so gut, dass ich diesem unfähigen und unsympathischen Doktor entkommen konnte – nachdem wir 30 Mal mehr bezahlt hatten, als die Behandlung in einem indonesischen Krankenhaus gekostet hätte… Danach hatten wir noch ein paar Tage Zeit, um diese Geschichte über Surfer, Fischer und Geldgräber an Lomboks Südküste zu recherchieren.Kuta, Lombok

 

Reisen gegen die Reiseangst

Ich hatte ein mulmiges Gefühl dabei, nach Borneo zu fliegen. Zu weit, zu wild, zu unbekannt. 20140426-IMG_2803Gibt es da auch Ärzte, Windeln, nette Leute? Es ist das Gefühl, das manche Menschen ganz davon abhält, auf Reisen zu gehen. Es hilft nur eins dagegen: hinfahren! Die allermeisten Sorgen sind unbegründet und kein Land ist gesichtslos.
Das erste Gesicht Borneos hatte Augen, die beim Lachen fast verschwinden und eine Menge lustiger Falten. Tante Lucy hat ein Homestay in Kota Kinabalu, mit einem Badeeimer für Tom, zwei Katzen und einem Holzbalkon. Wir waren dort zu Hause, für ein paar Tage, bevor wir weiterreisten zu Jack und Dina. Wer das ist, lest ihr hier.

20140410-IMG_1806