Steindoktoren in Angkor

Man könnte sie auch einfach der Zeit überlasssen, die grandiosen Ruinen von Angkor. Mehrere Jahrhunderte lang scherte sich kaum jemand um sie. Restauratoren in AngkorDie Tempel des alten Königreichs der Khmer verwahrlosten im kambodschanischen Dschungel. Jetzt legen sich drei Studenten aus Köln (und viele weitere Restauratoren) ins Zeug, damit die maroden Bauwerke noch ein paar Jahre länger durchhalten. Sie kämpfen um jedes Ornament, um jede Figur – gegen die Feuchtigkeit, die Hitze, die Vegetation… Wir durften mit aufs Gerüst und ihnen über die Schulter schauen. Tom musste unten bleiben. Er machte Bekanntschaft mit Ameisen und eine chinesische Touristin schenkte ihm ein Minion, das gackert und leuchtende Augen bekommt, wenn man auf den Knopf drückt. Es war beeindruckend, Menschen zu treffen, die sich so für etwas einsetzen, das uns recht ausweglos erschien. Denn die Restauratoren werden den Verfall der Tempel nie aufhalten, höchstens hinauszögern. Wie sie das tun, steht im UniSPIEGEL. Für Kinder haben wir es in der ZeitLEO erklärt.

Restauratoren in Angkor

 

Die Bombensprengerinnen

Neun Jahre lang, von 1964 bis 1973, wurde Laos von der US-Armee bombardiert. Die Menschen, die dort wohnten, wussten meist gar nicht, wer die Bomben abwarf und warum. Viele der Bomben explodierte nicht sofort. Sie UXOwarteten auf Bauern, die ihre Felder bestellten, auf spielende Kinder oder auf jemanden, der Jahre später an der falschen Stelle ein Feuer machte, weil ihm kalt war.
Ich wusste nicht, was uns erwarten würde. Wir waren verabredet mit einer Gruppe von Frauen, die jeden Tag rausfahren, um das Land von den zahllosen Blindgängern zu befreien. Waren es Leute, die Familienmitglieder verloren hatten? Oder war es der Kick, das Adrenalin? Vielleicht waren es Patrioten?
Es stellte sich heraus, dass die Bombensprengerinnen der laotischen Kampfmittelbeseitigungsbehörde ganz gewöhnliche Leben hatten. Sie brachten ihre Kinder morgens vor der Arbeit in die Schule, sprengten die Bomben routiniert und konzentriert. Waren die Felder und Dörfer gesäubert, gingen sie wieder nach Hause, um für ihre Familien zu kochen. So machen sie das tagein und tagaus. Warum sie es trotzdem nicht schaffen werden, all den Kriegsmüll zu beseitigen, steht in der aktuellen Chrismon plus.

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