Die Bombensprengerinnen

Neun Jahre lang, von 1964 bis 1973, wurde Laos von der US-Armee bombardiert. Die Menschen, die dort wohnten, wussten meist gar nicht, wer die Bomben abwarf und warum. Viele der Bomben explodierte nicht sofort. Sie UXOwarteten auf Bauern, die ihre Felder bestellten, auf spielende Kinder oder auf jemanden, der Jahre später an der falschen Stelle ein Feuer machte, weil ihm kalt war.
Ich wusste nicht, was uns erwarten würde. Wir waren verabredet mit einer Gruppe von Frauen, die jeden Tag rausfahren, um das Land von den zahllosen Blindgängern zu befreien. Waren es Leute, die Familienmitglieder verloren hatten? Oder war es der Kick, das Adrenalin? Vielleicht waren es Patrioten?
Es stellte sich heraus, dass die Bombensprengerinnen der laotischen Kampfmittelbeseitigungsbehörde ganz gewöhnliche Leben hatten. Sie brachten ihre Kinder morgens vor der Arbeit in die Schule, sprengten die Bomben routiniert und konzentriert. Waren die Felder und Dörfer gesäubert, gingen sie wieder nach Hause, um für ihre Familien zu kochen. So machen sie das tagein und tagaus. Warum sie es trotzdem nicht schaffen werden, all den Kriegsmüll zu beseitigen, steht in der aktuellen Chrismon plus.

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Weg vom Strom

Mit Touristenattraktionen ist es so ein Ding. Einerseits gibt es dort etwas zu sehen. Sie stehen schließlich nicht ohne Grund in allen Reiseführern. Andererseits strömen dort jeden Tag Touristen hin – oft seit Jahrzehnten und oft in Scharen. Die Menschen vorort haben sich angepasst. Sie verdienen an den Besuchern, man wird also als Kunde gesehen, oder man wird ignoriert. Die schönsten Begegnungen hatten wir abseits der Touristenrouten. Deshalb haben wir uns vorgenommen, sie so oft es geht zu verlassen. Doch es ist mühsam, nicht mit dem Strom zu schwimmen. Die Busse sind unbequemer, fahren seltener, man teilt sich oft drei Sitze mit vier Personen, einem Sack Reis und einem Huhn. Weniger Menschen sprechen Englisch und die Speisekarten sind nicht so vielseitig. Man muss allerdings nicht aufs Land, um den Touristentrauben zu entkommen. Das geht auch in Großstädten, mit ein paar einfachen Tricks. In Vientiane haben wir versucht, die Sehenswürdigkeiten zu meiden. Ob uns das gelungen ist und was es mit experimentellem Reisen auf sich hat, lest ihr hier.

Experimentelles Reisen Vientiane