Dutzendfacher Zauber

Eine Geburt ist intim, zweisam, vielleicht dreisam, höchstens viersam, mit einer Hebamme. Dachte ich. Doch eine Geburt kann auch dutzendsam sein, wie im Fabella Hospital in Manila. In der größten Geburtsklinik Südostasiens gebären bis zu acht Frauen nebeneinander. Der Kreißsaal: Ein Bienenstock aus Ärzten, Hebammen, Studenten, Pflegern, werdenden Müttern und winzigen Kindern.

Fabella Hospital in ManilaWer spontan entbindet, kommt danach auf Station 4, wo 140 Frauen liegen, stehen, sitzen, stillen, und mindestens ebenso viele Babys trinken, schlafen, krähen, wimmern. Das Krankenhaus steht mitten in einem Armenviertel. Die Ausstattung ist einfach, dafür haben die Ärzte und Hebammen extrem viel Erfahrung. Rund 50 Kinder kommen hier zur Welt. Jeden Tag.

Trotzdem geht er nicht verloren, der Zauber der ersten Minuten und Stunden mit einem Kind. Wir haben mitgestaunt und mitgelitten, gezittert und geweint im Kreißsaal. Denn eins der Babys, dessen Geburt wir erlebt haben, war leblos und weiß wie Milch. Aber dann… Lest mehr in der NIDO.

Fabella Hospital in Manila

Grandios groß

Wir sind nun schon seit ein paar Wochen zu Hause. Tom hat sich ans Vollkornbrot gewöhnt und wir an Tage ohne Rucksack und Reisefieber. Wir lernen wieder, Regeln zu befolgen: keine Bauklötze werfen, das Spielzeug teilen, nicht zu laut quietschen und schreien. Wir haben einen Mietvertrag unterschrieben, suchen einen Kita-Platz. Langsam beginnt ein neuer Alltag. Da ist dieser Artikel auf SPIEGEL ONLINE eine zauberhafte Erinnerung daran, dass unsere grandios große Reise noch gar nicht lang vorbei ist. Auch wenn es sich manchmal so anfühlt.

Mit Kind durch die Philippinen

 

Kinderliebe Helfer

Manchmal ist es hart, gleichzeitig Tom und unserer Liebe zur Recherche gerecht zu werden. Wir wollen mittags zurück in der Unterkunft sein, damit Tom schlafen kann. imageAber wir wollen auch die Bombensucherin/den Walfänger/die Tempelretter begleiten, die keinen Mittagsschlaf brauchen. Die Reportage über den Mann, der sich seit 25 Jahren an Karfreitag kreuzigen lässt, war besonders anstrengend. Der Ort war zwei Fahrten mit der Motorradrikscha und zwei mit dem Sammeltaxi von unserem Hotel entfernt. Es war brüllend heiß und trubelig in San Pedro Cutud und wir konnten nur beide zur Kreuzigung pilgern und unterm Kreuz in der Sonne herumstehen, weil Dolly und Bea so toll waren. Die Nachbarin des Gekreuzigten und ihre 14-jährige Tochter nahmen Tom bei sich auf und passten zwei Stunden auf ihn auf. Ohne sie gäbe es diese Reportage nicht.

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